Local SEO – Grundlagen und Perspektiven
Local SEO – Grundlagen und Perspektiven
Die Zahl der lokalen Suchanfragen im Internet steigt seit Jahren kontinuierlich an. Was könnt ihr tun, um von potenziellen Kund*innen gefunden zu werden und die Daten über euer Unternehmen auf allen Plattformen jederzeit aktuell zu halten? Wie lassen sich Quick-Wins erzielen? Und welchen Einfluss haben Core-Updates von Google auf eure Sichtbarkeit?
Müssen wir uns im Zusammenhang mit Local SEO von der Vorstellung lösen, dass «Suche» bedeutet, dass ein paar Wörter in das Suchfeld von Google eingegeben werden?
«60% aller Suchen werden heute gesprochen.» Dabei werden natürlich auch andere Begriffe verwendet – statt «Hotel Basel» suchen Menschen detaillierter, etwa nach «Hotel in Basel mit Wellness».
Die Möglichkeiten für die Suche sind sicherlich grösser geworden. Die Spracheingabe kann auf verschiedenen Wegen erfolgen, hinzu kommen die unterschiedlichen Apps, die für die lokale Suche eine Rolle spielen. Trotzdem steht Google weiterhin ganz oben auf der Liste.
Mal grundsätzlich gefragt: Für wen ist Local SEO wichtig?
«Um gefunden zu werden, brauche ich einen Namen, eine Adresse und eine Telefonnummer.» Local SEO betrifft jedes Unternehmen, das standortbezogene Dienstleistungen anbietet. Eigentlich kommt niemand mehr daran vorbei. Selbst für Unternehmen, die an ihrem Sitz kaum Kundenkontakt haben, ist die lokale Präsenz ein Branding-Faktor.
Ein grosser Trend, der sich durch die Corona-Situation nur noch verstärkt hat: Man kauft mehr lokale Produkte bei lokalen Anbietern. Entsprechend werden auch die Suchanfragen in diesem Bereich weiter zunehmen.
Welche Rankingfaktoren beeinflussen die Suchergebnisse?
Local SEO vereint sämtliche Marketingmassnahmen für bessere Platzierung in lokalen Suchergebnissen. Bei der Suche nach Zahnarzt, Restaurant oder Änderungsschneiderei interessieren vor allem Anbieter in der nächsten Umgebung. Der Wettbewerb um erste Plätze und das Google Snack Pack ist gross.
Entscheidend sind: tatsächliche Nähe zum Nutzerstandort, sauberer Google-My-Business-Eintrag, externe Erwähnungen und Backlinks, Kundenbewertungen auf Google und anderen Plattformen, Website-Qualität, Social-Media-Signale und Nutzerverhalten.
Wie erziele ich als Unternehmen die schnellsten Erfolge?
Es fängt mit den Basics an. Diese Daten müssen überall einheitlich gepflegt sein: bei Facebook, bei Google My Business, in Verzeichnissen, auf Bewertungsportalen. Das klingt selbstverständlich, aber gerade beim Namen ist es das eben nicht. Viele Unternehmen verwenden auf einer Plattform einen zusätzlichen Claim, auf der anderen lassen sie ihn weg. Damit wird für Suchmaschinen die Zuordnung im sogenannten Knowledge Graph schwierig.
Im nächsten Schritt gilt es, beispielsweise die Bewertungen auf den einzelnen Plattformen zu pflegen und überhaupt darauf hinzuarbeiten, dass man Bewertungen erhält, denn diese sind auch enorm wertvoll als Rankingfaktor.
Das klassische On-Page-SEO darf man nicht vergessen: das fängt schon ganz simpel mit der Erwähnung der Ortschaft im Titel der Seite an.
Nehmen wir die Frittenbude an der Ecke als Beispiel: Sie kann gerade mit einem gut gepflegten Google-My-Business-Eintrag viel bewirken, da dort viele unterschiedliche Angaben und Daten gesammelt und publiziert werden können. Und sie muss eben auch gute Pommes machen. Denn dann bekommt sie gute Bewertungen, im Idealfall machen Gäste Fotos und laden sie auf Social Media und taggen die Frittenbude – all diese Faktoren spielen eine enorme Rolle.
Ihr habt bereits erwähnt, dass es eben nicht nur Google My Business, sondern noch viele andere Plattformen gibt. Wie halte ich alle unter Kontrolle?
Es gibt verschiedene Tools, die dabei helfen. Man kann mit Systemen wie Yext arbeiten, aber es gibt noch zahlreiche andere Anbieter. Die Corona-Zeit hat gezeigt, was es bedeutet, wenn man sehr schnell zum Beispiel überall die Öffnungszeiten anpassen oder zusätzliche Infos kommunizieren muss.
Es gibt Studien, die besagen, dass im Schnitt 80 Änderungen im Jahr notwendig sind. Wenn man mehrere Standorte hat, bedeutet das einen enormen Aufwand. Davon profitiert man ja auch: Je öfter man Änderungen auf den verschiedenen Portalen vornimmt, desto besser rankt man, weil man als aktuell eingestuft wird.
Ihr habt Corona angesprochen – was wird die Situation denn mittel- bis langfristig im Hinblick auf «suchen und gefunden werden» verändern?
Um das zu beantworten, müssten wir wissen, ob wir in absehbarer Zeit wieder mehr oder weniger zu unserer alten Realität zurückkehren können, oder ob es wirklich bleibende, einschneidende Veränderungen in unserem Leben geben wird.
In der nächsten Zeit wird erwartet, dass die Menschen für ihre Ferien weniger Fernreisen planen und sich eher lokal umsehen werden. Alleine deswegen sollten sich betroffene Unternehmen Gedanken machen, ob sie bei lokalen Suchanfragen gut gefunden werden. Doch dabei handelt es sich um eine kurzfristige Änderung in einer bestimmten Branche. Um die langfristigen Auswirkungen zu beurteilen, müssen wir die weiteren Entwicklungen abwarten.
Regelmässig gibt es Core-Updates von Google. Was ändert sich damit?
Es war oft zu lesen, dass Backlinks wieder wichtiger werden. Dazu muss man sagen: In den letzten Jahren wurde immer behauptet, dass sie an Bedeutung verloren hätten. Aber Tatsache ist, «Backlinks waren ursprünglich die entscheidende Grundlage für das Ranking bei Google und sind immer wesentlich geblieben.» Man sieht an so vielen Beispielen, dass gerade für neue Seiten Backlinks von Plattformen mit einem hohen Trust-Faktor einen massiven Schub bedeuten. Das war schon immer der Fall, es ist heute noch so und daran wird sich auch so schnell nichts verändern.
Was bedeutet das für den Laden an der Ecke?
Es fängt mit den bereits angesprochenen Verzeichnissen an, die eben längst nicht jedes Unternehmen nutzt. Dabei wäre es so einfach, sich dort einmal einzutragen. Ein offensichtliches Beispiel ist der Backlink von Local, der 300 Franken im Jahr kostet, aber einen messbaren Unterschied macht.
Man könnte sich auch mit regionalen Unternehmen zusammenschliessen, die ergänzende Dienstleistungen anbieten. Daraus ergeben sich ein hoher Trust-Faktor und entsprechend wertvolle Backlinks. Oder man versucht, einen Artikel in der Lokalzeitung zu bekommen, die von ihrer Website aus dann einen Backlink setzt. So gesehen hat Local SEO auch viel mit dem «Offline-Netzwerk» zu tun.
Was man offline erfolgreich macht, kann man versuchen, zu spiegeln und online umzusetzen.
Fazit
46% aller Google-Nutzer suchen nach lokalen Informationen, 30% dieser Personen tätigen einen Kauf. «Rund 75% der Suchenden finden innerhalb eines Tages sogar den Weg ins Geschäft vor Ort.» 82% der lokal suchenden Nutzer vertrauen auf Kundenmeinungen. Lokales Online-Marketing bestimmt das Unternehmenswachstum messbar mit und sollte eine zentrale Rolle spielen.
- Autor:in
- Michel Gysin, CEO & Berater
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